Dieses erste Bild ist ein Nachtrag zu unserem Beitrag vom 8.5.2016, denn auch die geballte Feuerkraft dieses Nachbaues eines historischen Ostindienfahrers konnte uns weder aus Kappeln vertreiben noch an der Weiterfahrt hindern … 🙂
Nach unserem Tagestrip nach Flensburg haben wir noch eine weitere Nacht im schnuckeligen Hafen von Langballigau verbracht, bevor es weiter zum Ankern in Richtung Dyvig ging.
Die Dyvig war also unser Ziel. Sie ist wohl einer der bekanntesten und schönsten Ankerplätze in Dänemark. Von der Flensburger Förde kommend muss man in Sønderborg durch eine Klappbrücke fahren. An dieser Brücke vermissten wir gut erzogenen Deutschen natürlich die üblichen roten und grünen Lichtzeichen zur Regelung der Durchfahrt.
Statt dessen sieht man einen ganzen „Christbaum“ von 5 blinkenden oder brennenden roten Lichtern, die prompt von uns und einem weiteren deutschen Schiff falsch interpretiert wurden. 🙁
Nachdem der zahlreiche Gegenverkehr passiert hatte und nix Grünes zu sehen war, ging die Brücke – mit 5 roten festen Lichtern – vor unserer Nase wieder zu und wir durften bis zur nächsten Öffnung weitere 30 Minuten warten. Diese Zeit nutzten wir zum Studium der „Bedienungsanleitung“ der Klappbrücke. Eigentlich alles ganz einfach: Bei fünf festen roten Lichtern dürfen alle fahren. Aus allen Richtungen! Ist doch klar oder?
Auf der Fahrt durch den Als-Sund kamen wir an neongelb leuchtenden Rapsfeldern vorbei. Diese Pflanze nötigt uns mehr und mehr Bewunderung ab, denn egal bei welchem Licht und Wetter, sie leuchtet immer! Wegen Pfingsten war ziemlich viel Verkehr im Sund, allerdings in die andere Richtung, wieder zurück an den heimischen Schreibtisch, hä hä …
In der Dyvig angekommen, bot sich uns eine Ankeridylle pur, mit nur wenigen weiteren Booten, ein paar scheuen Schweinswalen und endloser Ruhe …
Das waren die schönen Ausblicke, die uns unser Ankerplätzchen bot.
Der Abendhimmel in der Dyvig kündigte bereits den Wind des nächsten Tages an.
Vorhersage: WNW Bft 4, in Böen 6 bei strahlendem Sonnenschein!
In Wirklichkeit: WNW Bft 6, in mehreren kurzen Etappen auf Bft 5 abflauend, und strahlender Sonnenschein!
Nach der ca. 3 Seemeilen langen Ausfahrt aus der Dyvig gegen die Wellen an konnten wir zuerst auf halben, später auf raumen Wind abfallen. Und ab ging der Wellenritt! Nur mit der Genua bekleidet, in der letzten Stunde mit mitlaufender Maschine, um mehr Druck auf dem Ruderblatt zu erhalten, wollte Naviculum selten unter eine Geschwindigkeit von 6 Knoten fallen, lief häufig zwischen 7 und 8 Knoten, der Spitzenwert betrug 9,5 Knoten! und war wohl der Start in den Surf … Hui!!!
Der Autopilot stieß, was das komfortable Fahren anging, dabei mehrfach an seine Grenzen. Von Hand war Naviculum jedoch wie auf Schienen zu steuern. Großes Kompliment an den Skipper (und an den Konstrukteur)!
Auch die Manschaft war halbwegs guter Laune. Trotz einer unruhigen Welle von um und über 1 Meter.
Eine Stunde früher als erwartet erreichten wir den gut geschützten Hafen der kleinen Insel Lyø. Nach der Schaukelpartie genossen wir einen kleinen Inselrundgang, auf den wir Euch jetzt mitnehmen wollen.
So schön wohnt man auf diesem Inselchen.
Und diesen tollen Blick hat man auf eine Karibik-gleiche Bucht mit türkisfarbenem Wasser und weißem, feinen Sand. An den Temperaturen wird noch gearbeitet …
Auch hier kann man es aushalten …
Die Kirche im Dorf …
Und zumindest für Entennachwuchs ist gesorgt.
Die stets hungrigen Blässhuhn-Küken sind auch schon auf dem Dorfteich zu bewundern …
… und dieser chice Kerl ist doch einfach zu schade für die Bratpfanne. Auf der Dorfwiese sieht er doch viiiel schöner aus!
Und zur Erklärung für die „Landratten“: Dänische Südsee