Hoppla! Das ging jetzt aber schnell.
Ja. Wir waren es leid, uns immer wieder mit den langsamen Netzverbindungen herumzuschlagen. (Das muss der Begin der echten Erholungsphase gewesen sein! ;-))
Und da sich die Bilder für den nicht „Dabeigewesenen“ doch immer sehr ähneln, hier eine kurze textliche Zusammenfassung des weiteren Verlaufes:
Über Juist ging es weiter an der Kette der ostfriesischen Inseln entlang bis zur Weser. Borkum hatten wir wetterbedingt ausgelassen, Baltrum, weil uns der „Sprung“ zu klein war. Im Watt trockengefallen sind wir dieses Jahr kein Mal, da die Tide uhrzeitmäßig nicht dazu einlud. Übernachtet haben wir jeweils in den Inselhäfen. Die Inseln zeigten sich in ihrer Ausprägung wesentlich unterschiedlicher, als ich sie von früher (70-er und 80-er Jahre) her in Erinnerung hatte. Ich glaube, in jüngerem Alter habe ich einfach nicht so genau hingeschaut. Norderney war uns zu touristisch und völlig verbaut. Ansonsten mögen wir keine Rangfolge vergeben. Alle haben uns auf ihre Art sehr gut gefallen. Auf einigen Inseln sind wir für ausgiebige Radtouren mehrere Tage geblieben. Anschließend ging es die Weser hoch bis Bremen, da wir uns dort mit der Werft und mit Raymarine für ein paar Nacharbeiten verabredet hatten.
Von dort aus ging es weiter über Weser, Hunte, Ems, Groningen, Assen, Meppel, Zwolle, die Ijssel von dort aufwärts, den Rhein hinauf bis zu unserem Heimathafen am Rhein nach Brohl, ca. 35 km südlich Bonn.
Wieder: Ein Gedicht, mit einer so leisen und leistungsstarken Maschine den Rhein aufwärts zu fahren. Geht alles ein ganzes Stück entspannter als früher.
Nun zu den Fragen, die von ganz unterschiedlichen Seiten an uns herangetragen wurden:
Geht das überhaupt?
Auf einem so kleinen Schiff?
Für so lange Zeit?
Antwort: Ja!
Zumindest für uns: eindeutig JA!
Soooo klein ist unser Schiff nämlich nur äußerlich. Es ist wirklich so, wie es Torsten Schmidt (der Werftinhaber) immer wieder sagt. Dadurch, dass die breiteste Stelle des Schiffes auf einer Länge von ca. 3 Metern in zwei Etagen genutzt wird, hat man das Empfinden, auf einem wesentlich größeren Schiff zu sein. Wir hatten ja den direkten Vergleich zur Vorgängerin Malö 36. Immerhin ziemlich exakt zwei Meter länger (ohne Bugspriet der Sirius), und doch ist auf der Sirius mehr Platz! Insbesondere nachdem wir jetzt auch noch ein vollwertiges Cockpitzelt/Wintergarten haben.
Soooo klein ist unser Schiff nämlich auch vom Seeverhalten nicht. Die immerhin beladen über 7 Tonnen Gewicht und besonders der tiefe Vorfuß lassen sie butterweich auch durch sehr kabbeligen Seegang gehen. Und die Steifigkeit der Sirius sucht ihresgleichen. Man hat insgesamt das Gefühl, auf einem wesentlich größerem Schiff zu sein. Dafür muss bei weniger Wind dann eben mal der Code Zero raus. Dann läuft unsere Naviculum – nach Anlauf – auch bei weniger Wind.
Soooo klein ist unser Schiff nämlich tatsächlich, was die Handhabbarkeit angeht. Manöver auf engstem Raum, das Handhaben in einer Schleuse, das Schleppen der Segelsäcke, das Legen und Stellen des Mastes. Alles eine Nummer kleiner und damit leichter. Toll.
Und für so lange?
Immerhin waren wir bis auf eine Woche drei Monate lang unterwegs.
Am einfachtsen lässt sich die Frage wahrscheinlich mit der Aussage beantworten:
Ja, wir sind uns jetzt sicher, dass wir in 2014 fünf Monate mit dem Schiff unterwegs sein wollen!
Natürlich muss man sich organisieren. Abläufe und Aufgabenverteilungen hatten sich in kürzester Zeit eingeschliffen. Einen Stauplan benötigt man auf einem Schiff wie unserer Sirius auf jeden Fall. Damit hatten wir zwar angefangen, aber dies leider nicht bis zum Ende durchgehalten. Ergebnis: häufige Fitnessprogramme durch wiederholtes kramen in und turnen durch Backskisten und Stauräume. Fester Vorsatz für 2014 … !
Unsere eBikes (ein Eagle von AWN und ein von mir selbst umgebautes Brompton) haben sich bestens bewährt. Der Bewegungsradius wird deutlich vergrößert! Dieses Jahr ist ein anhängbarer Hackenporsche dazugekommen.
Unser Schlauchboot, ein Zodiac Lightroller 240 mit Torqeedo 801 war zu klein und zu langsam. Übersetzen mit 2 Personen und Rädern wurde zum Balanceakt. Beides ist mittlerweile in der Bucht gelandet. Wir haben zu diesem Jahr auf ein HonWave 270 aufgerüstet und unseren alten Tohatsu 9,8PS Zweitakter reanimiert. Da kommt Freude auf! Das Gespann passt übrigens tadellos in die Davits der Sirius. Durch den deutlich breiteren Arxxx kann die an Länge kleinere Sirius ein größeres Beiboot in Davits fahren als es die Malö 36 konnte.
Die zusätzlich eingebaute Kühlbox unter dem Navisitz mit immerhin 80 Liter Volumen hat zusammen mit dem serienmäßig eingebautem Kühlschrank mit 45 Litern Volumen fast eine normale Vorratswirtschaft wie zuhause ermöglicht. Der Strommehrverbrauch hält sich dabei, trotz zweitem Kühlaggregat, in Grenzen. Zum einen ist die von mir verbaute Isolierung 60mm stark, zum anderen fließt aus einer Box bei Öffnung kaum Kälte ab. Das macht sich positiv bemerkbar.
Eine der größten Errungenschaften kam aufgrund einer Idee von Elke in der Vorbereitungszeit an Bord: Ein Brotbackautomat.
Unser Wohlbefinden schreit immer nach Vollkornbrot. Wo dieses in den Niederlanden zuverlässig, in ausreichender Menge und dazu noch frisch herbekommen? Über www.hobbybaecker.de wurden nach erfolgreicher Testverbackung Mehlvorräte für die gesamten drei Monate bestellt und entsprechend verpackt. 1.000 Gramm Backmischung haben wir wieder mit nach Hause gebracht. Jeden Tag frisches, leckeres Vollkornbrot. Hmmmhhhhh! Das Problem unseres Bäckers? Auch seit wir wieder zuhause sind, hat er uns nicht mehr gesehen. Sorry!
Das Wetter?
2013 war an der Nordsee sicher ein Ausnahmejahr. Mittelmeerklima an der niederländischen und deutschen Nordseeküste. Temperaturen von teilweise über 35°. Damit konnte man nicht rechnen, schon gar nicht planen.
Die wenigen Tage mit Regen haben aber eines schon deutlich gezeigt: Schlechtes Wetter lässt sich in einem Boot mit Decksalon deutlich besser ertragen! Es fehlt der „Kellereindruck“, der einem mit der Zeit in einem konventionellem Boot das Gemüt beschwert. Der nachgerüstete Scheibenwischer vor dem Innensteuerstand lässt einen mittlerweile auch bei Regen klaren Durchblick behalten.
Fazit:
Heute sind es noch exakt 100 Tage bis es wieder los geht. Diesmal für fünf Monate.
Wir freuen uns darauf!