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Schiermonnikoog bis Warns – 19.06.2017

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 Von Schiermonnikoog ging es dann wieder zurück nach Lauwersoog, denn nur von dort kommt man weiter in die von uns angepeilte Richtung Ijsselmeer, wenn der Ostwind das Wasser aus dem Watt wegbläst. Fotografisch gibt der Hafen nur wenig her, es sei denn man mag den Anblick von überfüllten Fischbuden oder Industriebauten. Mir gefiel der olle Fender am ziemlich in die Jahre gekommenen Holz-Fischkutter „Donovan“ am besten. Wir hätten fest darauf gewettet, dass Donovan nicht mehr ablegt, denn innen sah er noch oller aus als außen. Weit gefehlt: In die Dorkwerdersluis vor Groningen kam Donovan nebst Vater-und-Sohn-Mannschaft rasant um die Ecke gebraust. Danach war klar, warum Donovan so aussieht, wie er aussieht … 🙂

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 Besonders auf Booten gibt es bei Mensch und Tier verschiedene Formen von Faulheit. Bei näherer Betrachtung kann man jedoch eine Reihe echter Gemeinsamkeiten entdecken. Als anschauliches Beispiel dient hier der direkte Vergleich. Wo bitteschön liegt da der Unterschied?

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 Und weiter geht`s mit den Vergleichen, gerade auch im Zeitalter sogenannter Fake-News. Was ist eben ein echter Auftritt und was ist pure Angeberei?

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 Original?

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 Fälschung? Oder umgekehrt? „Das ist geheim, so viel geheim … “ (frei nach Hoffmannsthal)

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 Dieser kleine Kerl in Zoutkamp ist dagegen ganz original und ziemlich süß. Die kleinen, liebevoll restaurierten Schlepperchen gehören zu meinem ganz großen Favoriten zu Wasser!

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 Okay, auch Original, aber süß? Wohl eher ziemlich rustikal …

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 Die neugierige Menge schaute begeistert zu, als wir als einziges Boot weit und breit an einem der idyllischen (und von Enten arg besch …) Marrekrite-Steiger in den Ausläufern des Lauwersmeer anlegten. Zum Übernachten und zum Würstchengrillen am von Paul selbstentwickelten Reelingsgrill (hat super funktioniert!). Am nächsten Morgen wussten wir, warum wir die Einzigen waren. Wir sind wohl gerade in die (Nicht-Stech)-Mücken-Schlüpfphase geraten. Das Böötchen war voll von diesen kleinen Biestern.

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 Dafür gab es wieder einiges aus der Vogelwelt zu beobachten. Wo rüstige Rinder, da auch weiße Reiher!

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 Und von tiefem Muhen der Zuschauer begleitete Hahnen- (nein!) Jungbullenkämpfe. Dieses Muh-Konzert klang schon ulkig.

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 Ab Dokkum tauchten wir dann in die Reise-Regenphase ein. Wir saßen mal wieder trocken und warm in unserer Kuchenbude, während die unerschrockene Senioren-Reisegruppe aus den Nederlanden gut beschirmt und bestens imprägniert die Schönheiten des Städtchens Dokkum zu Wasser (wie es sich gehört!) erkundete. Nee was sind wir doch für Weicheier geworden …

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 Dafür entschädigte uns ein wunderschöner Leichtwindtag mit anfangs 3 Beaufort bei 60° am Wind, später 2 Beaufort bei 40°-45° am Wind mit einer wunderschönen Überfahrt von Stavoren nach Enkhuizen.

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 Immer wieder erstaunlich, mit welchem Tempo unser „Leichtgewicht“ sich bei solchen Winden auf den Weg macht, wenn der Code 0 (ein spezielles Leichtwindsegel) gesetzt ist.

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 Bei 4-6 Knoten Wind läuft Naviculum immer noch mit klar über 4 Knoten, …

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 … vorausgesetzt die optimale Segelstellung wird ständig kontrolliert und korrigiert. 😉

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 Nach einem Spitzen-Segeltag und einigen Vorgesprächen über die nächsten Segelaktivitäten haben wir uns kurzerhand dazu entschlossen, dem Heimathafen am Rhein Lebewohl zu sagen und uns in einem netten kleinen Hafen im südwestfriesischen Dörfchen Warns an den Ufern der Ijsselmeer-Einflugschneise nach Stavoren für die nächste Zeit häuslich (hafenlich) niederzulassen. Kein Mastlegen und -stellen mehr, keine die tobenden Fluten des Rheins bezwingende An- und Abreise mehr und schneller dort sein, wo es uns immer wieder hinzieht: Im Norden!

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 Mit dem Fahrrad ist man von Warns aus zum Beispiel ratz-fatz im benachbarten Städtchen Hindeloopen mit leckerem Fisch und Spitzeneis und ebenso schnell in den umliegenden „Seglerparadiesen“, wie IJsselmeer, Morra, Fluessen, Heeger Meer u. s. w..

 

 

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 Die ersten Nächte im neuen Hafen haben wir mindestens so gut geschlafen wie unsere gefiederte Nachbarin …

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 Ein kleiner Segelabstecher nach Hoorn via Enkhuizen bescherte uns den sommerlichen Touri-Event Käsemarkt in Hoorn.

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 Es wurde alles aufgefahren, was man sich als Tourist darunter bisher vorgestellt hat (wenn überhaupt): Pferdefuhrwerke voll mit (Plastik)käserädern beladen, stramme (etwas betagte) Jungs mit Käsewaagen auf den starken Schultern,

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 musikalische Untermalung mit vorwiegend Wiener Walzern und schmissiger Marschmusik,

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 und natürlich mit einigen würdigen Vertreterinnen der uns seit Kindheitstagen bekannten „Frau Antje“! Wenn das nicht Lust auf Käse macht …

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 Zurück ging es dann bei voller Flaute, nix Wind, nix Wellen, aber volle Dröhnung Ijsselmeer-Mücken. Bei Windstille schlüpft es sich eben besonders gut …